SOCIAL THEATER

a r t  i n  s o c i e t y .

"Man betreibt mit Kunst auch Politik.
Alles was ändernd in die Vorgänge des Lebens eingreift, ist Politik.“    Hans Richter (Dadaist, Filmkünstler)

Theater bedeutet -
gemeinsam Erfahrungen zu machen,
sich in Beziehung zu sich selbst und zu Anderen zu bringen. Ensemble.

Theater bedeutet -
berühren und berührt werden,
sich selbst und den Anderen im Spiel zu schauen: Schau-Spiel.

Theater bedeutet -
ins Offene, ins Risiko, in den Ausdruck, in die Verwandlung zu gehen.

 

M I T - D A - S E I N  von  I C H - R A U M - DU

"Der eigene Leib wirkt in der Welt wie das Herz im Organismus". (Maurice Merleau-Ponty)

Meine Arbeiten als Regisseur und Theaterpädagoge von 2012 bis 2021 mit Laien und Langzeitarbeitslosen haben mir gezeigt, wie durch das Hineingehen in Welt und die Anwendung von Theaterkunst eine psycho-"soziale Plastik" (Beuys), das Kraftfeld eines Ensembles, ein MIT-DA-SEIN von ICH, RAUM und DU, sich gestalten lässt; wie wesentliche innere, soziale und äußere Realitäten veränderbar werden. Mensch entwickelt sich zum Künstler seiner selbst.
"Der eigene Leib wirkt in der Welt wie das Herz im Organismus". (Maurice Merleau-Ponty)
Eine Wandlung und Neuorientierung der Wahrnehmung und Erfahrung des Eigenen - Atem, Stimme, Bewegung, Empfindung, Geist, Gefühl -, wie auch eine Wandlung und Neuorientierung der Erfahrungen und Gestaltungen der Beziehungen zum Anderen. [D.Lenz]

S O C I A L  T H E A T R E
Die hier unter SOCIAL THEATRE dargestellten Inszenierungen entstanden zwischen 2012 und 2021: Projekte 01 - 05 und 08 - 10: Konzept, Pädagogik, Regie, Textfassung: Dietmar Lenz.
Über die Jobcenter der Städte fanden wir (www.Projektfabrik.org) Menschen, die über längere Zeiträume keiner Arbeit mehr gefolgt waren. Menschen, die aber den Mut hatten, über sechs Monate in die Disziplin täglicher Theaterproben einzutauchen, ins Offene, ins Risiko zu springen: sich der Herausforderung stellen, im Angesicht des Anderen Figuren und Szenen aus der Weltliteratur des Theaters mit seinem Body-Mind zu erkunden und in den Ausdruck zu bringen; Verantwortung für die Gestaltung des Eigenen zu übernehmen, wie auch für den Bildungsprozess eines Ensembles.
Für die beiden Projekte 06 und 07 wurden koreanische Krankenschwestern angesprochen, ihr nahezu 50-jähriges (Berufs-) Leben in Deutschland zum Gegenstand autobiografischer TheaterRecherchen zu nehmen.
"Angekommen, weil angenommen", von den Mitspieler*Innen, so die Worte einer Teilnehmerin.

Gestoßen in wilde Wege. [Zitat aus ANTIGONE]
Bilanz einer Teilnehmerin nach 6 Monaten intensiver Theaterarbeit, Premiere, 2 Aufführungen:
Wesentliche Dinge, die mir heraushalfen aus meiner persönlich-biografischen Flaute konnte ich nur hier lernen. Nirgends woanders wurde ich bisher so intensiv und gezielt gefordert. Ich wurde in totales Neuland gestoßen. Meine Defizite, Unsicherheiten, Schwächen und Stärken erfuhr und erkannte ich hier. Mir wurde ermöglicht, mich auszuprobieren und Facetten meines Selbst zu entdecken. Vertrauen in sich, in die eigene Stimme, in das eigene Tun, Offenheit zur Welt und zu Anderen, wurden gefördert und genährt. Selbstüberwindung, Achtsamkeit, sich einlassen, Antizipation, gemeinsames Handeln und Team Work, hier konnte ich es üben wie lange nicht mehr.

 

 

 

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